Jubiläum - 120 Jahre Kiel-Mitte

Im Jahr 1898 zog der erst zwei Jahre zuvor versiegelte Priester August Struckmann auf Geheiß des Stammapostels Krebs von Wolfenbüttel nach Kiel. Er kam mit dem Auftrag, eine Gemeinde zu gründen. Mit der im gleichen Jahr aus Hamburg zugezogenen Glaubensschwester Häusler wohnte bereits eine versiegelte Seele in unserer Stadt. Nach ersten Gottesdiensten in einer Wohnung fanden ab dem 1. Oktober 1898 Gottesdienste in einer angemieteten Schlosserwerkstatt auf dem Hof des Grundstücks Schauenburger Straße 47 statt.

Am 9. September 2018 feierten wir nun das 120jährige Bestehen der Gemeinde Kiel-Mitte. 229 Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Kiel-Nord, Kiel-Ost und Kiel-Mitte sowie Gäste, zum Teil auch aus anderen Gemeinden, waren zum Gottesdienst in die Harmsstraße 100 gekommen. Zur großen Freude aller Anwesenden betrat unser Apostel Uli Falk den Altar. Er hatte mit seinem Besuch sogar unseren Bezirksältesten Jürgen Fellensiek überrascht, der eigentlich den Gottesdienst halten sollte. Für unsere Geschwister aus Weimar war diese Überraschung ein besonderes Glaubenserlebnis. Der mitgereiste Vorsteher der Gemeinde Apolda, bei Weimar, war auf der Reise nach Kiel davon überzeugt, dass der Apostel den Jubiläumsgottesdienst durchführen würde. Als unsere Geschwister aus der „Schuhkarton“-Partnergemeinde Weimar bei einem Abendessen mit einigen Kieler Geschwistern am Samstagabend erfuhren, dass stattdessen der Bezirksälteste am Sonntagmorgen Dienstleiter sein sollte, mischte sich unter ihre Freude ein wenig Enttäuschung. Wir können ihre besonders große Freude am folgenden Sonntag gut nachvollziehen!

Der Gottesdienst anlässlich des 120jährigen Jubiläums der Gemeinde Kiel-Mitte hatte ein besonderes Gepräge. Vor Beginn wurden im Kirchensaal durch Fotos aus den vergangenen 120 Jahren, die mithilfe eines Beamers auf die Wand neben dem Altar projiziert wurden, Erinnerungen an Amtsträger, Geschwister und Ereignisse aus dem Gemeindeleben geweckt. Von der Empore aus erfreuten uns unser Blockflötenkreis und die Blechbläser aus der Gemeinde Weimar. Das Eingangslied „Alles meinem Gott zu Ehren“ (GB 333) wurde neben dem Orgelspiel des Organisten Jörg-Michael P. von Hannah W. mit der Posaune verstärkt. Der Gemeindechor, der durch die Sängerinnen und Sänger der Gemeinden Kiel-Nord und Kiel-Ost auf eine beachtliche Größe angewachsen war, sang unter der Leitung von Ralf B. und Carola M. insgesamt vier Lieder.

Nach der Predigt unseres Apostels genossen wir das Präludium in g-moll von Nicolaus Bruhns, das Jörg-Michael P. an der Orgel spielte. Jugendliche lasen Ausschnitte aus der Chronik der Gemeinde Kiel-Mitte vor. Sehr zu Herzen ging der Bericht unseres Priesters in Ruhe Siegfried R., den er selber vorlas. Auch unsere Kleinsten gestalteten diesen besonderen Jubiläumsgottesdienst mit. Begleitet von Ralf B. an der Gitarre sangen sie davon, wie wunderbar Gottes Liebe, Güte, Gnade und Treue ist: „… So hoch, was kann höher sein? So tief, was kann tiefer sein? So weit, was kann weiter sein? So wunderbar groß. “Das Bußlied wurde durch ein wunderbares Instrumentalsolo ersetzt. Christiane F. (Violine) und Heidrun W. (Oboe) spielten, begleitet durch die Orgel, das Lied „Näher, noch näher“ (CB 117).

Den Schlusspunkt setzten alle gemeinsam: Die Gemeinde intonierte gemeinsam mit der Orgel und allen Blechbläsern das Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ (GB 261).

Im Anschluss an diesen Jubiläumsgottesdienst blieben noch viele Gottesdienstbesucher beisammen, genossen die von Geschwistern gestifteten und liebevoll zubereiteten Leckereien, freuten sich über das Wiedersehen und tauschten sich in lebhaften Gesprächen aus. Auch unser Apostel mischte sich noch unter die Menge. Unsere Weimarer Geschwister erfreuten uns durch Gastgeschenke. Aus Strohblumen hatten sie eine „120“ gesteckt, die gemeinsam mit einem wunderschön gemalten Bild ihren Platz vor dem Altar fand.